Moonhunt

Die Aufnahmen zu MOONHUNT entstanden in einer sehr spontanen Situation. Ich hatte lediglich einen kleinen, handelsüblichen Camcorder zur Hand. Kein Stativ oder sonstiges Equipment. Dennoch entschied ich mich einige Aufnahmen des toll leuchtenden Mondes am Nachthimmel zu versuchen. Schnell merkte ich, dass ich mit meinem Equipment auf diese Entfernung (384.400 km) keine ruhigen Bilder des Modes bekommen werde. So entschied ich mich das wackelige Bild bewusst in meine Aufnahme einfließen zu lassen. Ich schwenkte die Kamera von links nach recht, von oben nach unten und der Mond begann durch die Bilder zu tanzen. Mal bewegt er sich vorsichtig als liege er auf der Lauer, mal rast er von einer Seite zur anderen als wäre der Teufel hinter ihm her.

 

Die geringe Qualität der Kamera zeigt sich an den teilweise verschwommenen Bildern des Mondes, den unscharfen Verläufen wenn er sich zu schnell durch die Bilder bewegt. Es kommt zu Verzerrungen und Farbkanten an den Übergängen von Hell zu Dunkel. All diese Elemente passen wunderbar zu den verspielten Bildern und erzeugen einen gewissen Grad an Abstraktion. Dieser spielhafte Charakter unterstrichen mit einer Montage die an ein Katz und Maus-Spiel erinnert, nimmt plötzlich eine reflektive Ebene ein, in der die Erzeugung von Bildern sowie deren Wahrnehmung kritisch hinterfragt wird. Ist mein Auge genauso einfach zu manipulieren wie das Kameraauge? Wie real ist mein Bild vom Mond? Jage ich einem Trugbild hinterher? 

MOONHUNT

02:50 min | 2016 | HD | col | no sound | 16:9

FK Film|Video

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Frederic Klamt

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